Private Taxi Tour City Ost & West Geschichte und Architektur 3-4h





Beschreibung
Im Unterschied zu Busreisen haben Sie bei einer individuellen Sightseeing Taxi Tour die Möglichkeit, fast überall mal kurz zu halten – sei es für ein Foto Shoot, sei es für einen Snack oder Pause, sei es für einen Kaffee. Oder auch für einen längeren Rundgang, um ein Objekt genauer anzuschauen oder sich erläutern zu lassen (Berliner Dom, Hackesche Höfe, Brandenburger Tor, Gendarmenmarkt, Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche, KaDeWe werden zum Beispiel empfohlen). Ganz nach ihren Interessen und Vorlieben! Und im Unterschied zu einem Rundgang sehen Sie nicht nur einen winzigen Ausschnitt unserer Stadt, die City Ost, das ehemalige Zentrum und die City West, das ehemalige West-Berlin! Verbinden Sie also in einer Auto City Tour das Beste aus Fuß- und Busrundfahrten, genau so wie ich es mit Freunden und Verwandten privat immer gemacht habe. Und genießen Sie den Luxus, sich persönlich von Ihrer Unterkunft im S-Bahn-Ring abholen zu lassen. Und alles in einem echten Berliner Luxus-Taxi-SUV!
Tour-Optionen
Reiseverlauf
Diesen Namen können sich nicht so viele merken, er geht zurück auf einen SPD Politiker, der sich sehr für Arbeiter eingesetzt hat. Viel bekannter darauf ist die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, die wir später noch einmal von der anderen Seite sehen werden. Viele meinen, der Name verweist auf das Gedenken an den Krieg, gemeint ist aber Wilhelm I, dem sein Enkel hier und seiner Hohenzollern Familie ein Denkmal setzte. Daher gleichen alle Gesichter der heiligen Familie und der Jünger im Eingang des erhaltenen Portals ein wenig den preußischen Königen und Kaiser. Ursprünglich wollte man den kriegszerstörten Platz komplett räumen, so auch die Überreste des Gotteshauses. Dagegen regte sich Widerstand, so blieb wenigstens der Turm und das Westportal erhalten. Außen herum wurden der Kirchturm und der eigentliche Kirchensaal nach Entwürfen von Egon Eiermann im modernen Stil errichtet. Angeblich von den Berlinern liebevoll Lippenstift und Puderdose genannt.
Dieser Zoo ist nicht nur eine der ältesten in Deutschland, sondern er hat auch den größten Tier- und Artenbestand (circa 16000 Tiere in 1600 verschiedenen Arten). Die Gründung geht zurück auf König Friedrich Wilhelm IV, der mit dem Tierbestand auf der Pfaueninsel seiner Vorgänger (von Pfauen über Bären bis hin zu anderen seltenen Tieren) nicht viel anfangen konnte. Also ließ er die Tiere in die Nähe Berlins verbringen, und opferte einen Teil seines privaten Jagdgeländes, des Tiergartens. Man errichtete auch die Gebäude in Art und Stil der jeweiligen Herkunftsländer der Tiere, was trotz Kriegszerstörungen heute noch schön anzuschauen ist. Natürlich hat Berlin noch einen zweiten Zoo, das ist allerdings der Tierpark rund ums Schloss Friedrichsfelde, bedingt durch die Teilung der Stadt. Heute gehören beide zusammen. Besonders auffällig sind von außen das große Elefantentor mit dem Affengehege dahinter und das Löwentor am Bahnhof Zoo.
Es sieht von außen etwas merkwürdig aus, ein bisschen im Zuckerbäckerstil alles übergossen und ist auch gar nicht so alt: das Theater des Westens. Heißt so, weil es im damals neuen Westen von Berlin erbaut worden ist (und stand erst später sozusagen zufällig in West Berlin). Es war Anfang des 20. Jahrhundert schick, aus den viel zu eng bebauten Kernstadt (genannt Mitte) mit all seinen Aufmärschen und Paraden heraus zu ziehen in den grünen Westen, wo es noch Platz gab für große Villen mit Gärten. An diesen Glanz erinnert das Theater, heute als Musicalhaus benutzt, und enthält im Innern sogar eine Kaiserloge.
Hier machen wir einen Schwenk rüber von der Kantstraße (die in ihrem längeren Verlauf sich in ein interessantes chinesisches Viertel verwandelt, geht zurück noch auf die Studenten aus der Kaiserzeit an der Technischen Hochschule) zum berühmten Kurfürstendamm, in Berlin liebevoll-ironisch zum Ku’damm abgekürzt.
Hier bekommen wir einen kleinen Eindruck vom westlichen Pracht Boulevard. Ist er in Wirklichkeit doch viel länger, fast 5 km bis nach Halensee. Errichtet nach dem Vorbild der Champs Élysées in Paris, die Bismarck sehr beeindruckt hatten nach dem deutschen Sieg über Frankreich (selbst die Kandelaber erinnern daran). Nur wird er heute nicht mehr von prächtigen Villen geschmückt, auch nicht von Entertainment Lokalen, Cafés und vielen Kinos, wie in Zeiten von George Grosz und Erich Kästner, sondern ist zur Einkaufsmeile mutiert mit schicken Boutiquen (im weiteren Verlauf nach Westen, von Versace über Bulgari und Dolce Gabbana findet sich hier alles) und modernen Flagship Stores wie hier von Apple und Tesla. Nachts ist der schicke Boulevard darum inzwischen eher einsam und verlassen.
Hier erneut die Gedächtniskirche, diesmal von der anderen Seite. Auch der Neubau lohnt einen Besuch, nicht nur erscheint alles in geheimnisvollen blauen Licht durch die eigens in Frankreich angefertigten viel Tausenden Glassteine. Es ist drinnen auch überraschend still, wenn man an den Lärm dieses sehr umtosten Platz denkt. Schuld daran sind die besondere Konstruktion einer doppelten Wand mit 2 m Schallschutz Luft dazwischen. Leider ist die Betonkonstruktion sehr anfällig, da fragil und allen Verkehrsemissionen ausgesetzt. Darum ist selten eines der Gebäude ohne Baugerüst. Gleich dahinter der Turm des Europacenters, zusammen mit dem Flachbau das älteste Einkaufcenter Berlins, kürzlich 50 Jahre alt geworden. Ursprünglich sogar mit einer Eisbahn in der Mitte, die wurde aber später der Platzoptimierung geopfert. Berlin ist inzwischen bundesweit Mall Hauptstadt: wir haben schon über 70 und weitere sind noch in Planung.
Nach dem Breitscheidplatz erreichen wir den Tauentzien, wie alle weiteren Straßen geradeaus benannt nach einem General aus dem Schlachten gegen Napoleon. Von vielen als Fortsetzung beziehungsweise Anfang des Ku’damms wahrgenommen; aus einer Laune der Geschichte heraus fehlen dem Ku’damm tatsächlich 9 Hausnummern. Auch flankiert von vielen Geschäften, meist aber eher solche mit erschwinglichen Preisen. Mal abgesehen vom Deluxe Kaufhaus am Ende der Straße, dem KaDeWe, mit seinen 60.000 m² größtes Einzelkaufhaus in Kontinental Europa. Gibt es dort allen erdenklichen Luxus, besonders oben auf der Feinschmecker Etage, von Champagner schlürfen über Austern essen, feinsten Schokoladensorten und noch mehr Brot- und Käsesorten wird dort alles geboten, was das Herz begehrt. Trotzdem von manchen als "Fressetage" verunglimpft ... Unbedingt besuchen!
Es war einmal der schönste Platz, zumindest West Berlins. Viel übrig ist angesichts der eher belanglosen Fünfzigerjahre Bauten ringsherum nicht mehr geblieben, aber heraussticht immer noch in der Mitte die U-Bahn Station, bekrönt von einem wahrlich schönen Gebäude. Hier kreuzen sich mehrere Linien, so dass man im frühen 20. Jahrhundert darauf kam, diese doch mit einem gemeinsamen Bahnhof zu verbinden. Trotzdem kann die Berliner U-Bahn natürlich keinen Vergleich etwa mit der Moskauer standhalten, dafür ist sie richtig alt (nicht ganz so alt wie die Londoner, aber in etwa wie die aus Paris). Und vom Nollendorfplatz kommend, verschwindet die ehemalige Arbeiterbahn hier in den Untergrund. Die ehemals unabhängige und sehr reiche Stadt Charlottenburg wollte sich das nicht antun, dass eine stinkende Bahn (damals noch) an den schönen Villen vorbei schnaubte.Wir werden gleich sehen, wie sie Richtung Nollendorfplatz (und das war dann Schöneberg beziehungsweise Berlin) wieder nach oben gelangt.
Die Urania ist eigentlich ein Verein, der im späten 19. Jahrhundert Wissenschaft einem großen Publikum anschaulich machen wollte. Diesem Auftrag fühlt man sich mit Diavorträgen, Podiumdiskussionen etc. heute noch verpflichtet. Davor ein seltsamer Bogen, der gen Himmel strebt, Er stellt einen bestimmten Grad (eines Kreises) dar, ein Geschenk Frankreichs zur 750-Jahr-Feier Berlins (und Frankreich war Besatzungsmacht in 2 Bezirken). Am Lützowplatz steht das ehemals größte Hotel West Berlins, darum heißt es einfach nur Berlin. Und in der Mitte? Das große Nichts, der überbreite Grünstreifen erinnert daran, dass Berlin einst eine autogerechte Stadt werden sollte. Mit Hochtrassen für den Durchgangsverkehr. Wie heute in Bangkok oder Mexiko City. Und zum Glück hier nicht...
Ehemals kurfürstliches Jagdrevier, und weil auch noch ein Zaun drum rum war, damit die Tiere nicht weglaufen konnten (und umgekehrt die Bauern aus den umliegenden Dörfern sie nicht jagen konnten) hatte es bald seinen Namen weg: Tiergarten. Doch Friedrich II, später genannt der Große, konnte die Jagd nicht leiden, verbannte den Zaun und ließ erstmals auch die Berliner in die privaten königlichen Jagdgefilde. Einen Teil ließ er – gemäß seiner Zeit – zum barocken Garten umgestalten. Spätere Könige bevorzugten den englischen Landschaftsgarten, und hier tat sich der preußische Architekt und Gärtner Peter Lenné hervor. Er ließ den Schafgraben zum Landwehrkanal ausbauen, entwässerte so den sumpfigen Teil des Tiergartens und schuf Landschaften, Seen und Sichtachsen. So ist es im Grunde bis heute geblieben, nur der 2. Weltkrieg hatte verheerende Wirkung. Bald stand fast kein Baum mehr aufrecht, und vor dem Reichstag wurden Kartoffeln angebaut. Doch dann kam die Aufforstung mit alliierter Hilfe.
Die ehemalige Kongresshalle war ein Geschenk der Amerikaner an die Berliner, de facto West Berliner in den 50ern. Und der spektakuläre Entwurf mit dem geschwungenen Dach führte bald zum Spitznamen "Schwangere Auster". Übrigens einen der wenigen, die tatsächlich in Berlin gebräuchlich sind (gibt es doch inzwischen einige Kongresshallen). Aber der Bau war wohl seiner Zeit soweit voraus, dass die Statik dem nicht standhielt, das Dach stürzte 1980 ein und begrub sogar einen Journalisten unter sich. Doch die Schwangere Auster wurde wieder originalgetreu aufgebaut und firmiert seither als "Haus der Kulturen der Welt". Hier haben besonders außereuropäische Künstler einen Auftrittsort, in Sommernächten gerne verbunden mit lauschigen Konzerten auf der Dachterrasse zur Spree hin. Hier wurden auch zeitweise die Teddy Awards der Berlinale verliehen. Kongresse fanden inzwischen in dem "neuen" ICC am Funkturm statt, aber das war 1979, und dieses wartet nun schon lange auf eine Renovierung.
Heute Sitz des Bundespräsidenten, wurde das kleine Schlösschen für den jüngsten Bruder Friedrich II. errichtet: August Ferdinand. Und weil der von dort eine schöne Aussicht zum wesentlich größeren Schloss Charlottenburg hatte (und zeitweise Sitz von Fr. II), hatte es denn auch seinen Namen weg. Das mit der Sicht ist lange vorbei, nach dem Krieg war es recht zerschunden und wurde einigermaßen wieder hergerichtet für die zeitweise Anwesenheit der westdeutschen Bundespräsidenten in Berlin. Was stets zum Protest aus Ost-Berlin führte, galt West Berlin ihnen doch als neutraler Block zwischen den beiden dt. Staaten. Obgleich sie selbst einen Präsidenten im Schloss Schönhausen untergebracht hatten (Otto Grotewohl). Aber erst Roman Herzog, erster Bundespräses nach der Wiedervereinigung, wohnte so richtig in dem Schloss, befand es aber eher klein, kalt und unpraktisch. So wurde es erneut komplett umgebaut, als alleiniger Berliner Amtssitz – neben der Villa Hammerschmidt in Bonn.
Ursprünglich vorm Reichstag errichtet, war sie noch um einiges kürzer, unsere Siegessäule. Sie enthielt nur 3 Trommeln, darauf vergoldete erbeutete Kanonen der Gegner: Dänen, Österreicher und Franzosen in den sogenannten deutschen Einigungskriegen, an deren Ende im Schloss Versailles das Deutsche Kaiserreich ausgerufen wurde. Kein Wunder, dass besonders die Franzosen sauer waren und das Ding am liebsten sprengen lassen wollten nach dem Krieg. Doch die Briten weigerten sich, sie stand in deren Besatzungssektor. Und sie ließen auch den Wald drumrum aufforsten. Hierher verfrachtet wurde die Siegessäule durch Hitler, den sie beim Bau seiner Riesenhalle des Volkes zwischen Reichstag und heutigen Hauptbahnhof störte. Dann erhöhte er sie gleich noch um eine weitere Trommel, für den nächsten Sieg – aber wie wir wissen, kam das Gott sei Dank anders.
Wilhelminischer Prachtbau, wenn auch von diesem als Schwatzbude oder Affenhaus gerügt. Daher auch außerhalb und stadtabgewandt errichtet. Historisch wertvoll, immerhin platzierten die Rotarmisten ihre Flagge als Zeichen des Sieges auf dem Gebäude. Wenngleich auch das berühmte Foto davon nur nachgestellt ist. Dann jahrzehntelang eher unbeachtet im so genannten freien West Berlin – nur 5 m von der Mauer entfernt, durfte es nicht für offizielle Bundestagssitzungen genutzt werden. Falls doch, um etwa den Bundespräsidenten zu wählen, folgte sofort eine Rüge aus Ost Berlin. In den neunziger Jahren komplett entkernt und völlig neu hergerichtet für den wiedervereinten Bundestag mit nunmehr über 700 Abgeordneten. Nicht zu vergessen, die ikonographische Verhüllungsaktion durch die Künstler Christo. Die Reichstagskuppel, gläsern neu aufgesetzt, nachdem der Architekt an dieser Stelle nur eine Art Tankstellendach geplant hatte, steht sie nun für das neue Berlin.
Dieses Gebäude ist der sogenannte Motor des Parlaments, hier findet die gesamte Parlamentsarbeit statt. Im Parlament werden ja nur noch die Abschlussreden gehalten, die eigentliche Erörterung und Abstimmung findet in den Ausschüssen statt. Dazu gibt es auf drei Etagen in dem über 200 m langen Bau in jeder Auswölbung genügend Gelegenheit. Und als gläsernes Parlament kann man da von außen sogar zu schauen. Nur der EU- und der Geheimausschuss sitzen in der größten Rotunde zur Spree hin über den beiden Restaurants – und von außen nicht einsehbar.
Kolossaler Bau, mit 36 m Höhe und zehn Etagen und insgesamt 500 Büroräumen für über 300 Angestellte nicht gerade klein zu nennen. Das Weiße Haus würde acht mal hinein passen. Größer sind eigentlich nur Paläste für Staatspräsidenten. Die Kanzlerin hat in der Ecke ganz oben links ihr Büro. In der Rotunde darüber ist eine Amtswohnung für sie, die sie allerdings nicht nutzt. Sie wohnt ja bekanntlich gegenüber der Museumsinsel. Die Dienstwohnung ist auch eher unpraktisch angelegt, mit Bad und Schlafzimmer quer gegenüber bei circa 200 m² Nutzfläche.
Ein moderner Bau, in der Mitte auffallend ein großes Riesenfenster. Hinter diesem findet ein bis zweimal wöchentlich die Befragung der Regierenden durch akkreditierte Hauptstadt Journalisten statt. Diese sitzen dann vor einer blauen Wand, was sich hier auch in der Fassade leicht widerspiegelt.
Sie sind heute wie eine Keimzelle dieses besonders bei Touristen beliebten Gebiets. Zu DDR-Zeiten verkommen und zum Teil als Lager genutzt, wurde dieses Hofensemble als erstes nach der Wende wieder hergerichtet und erstrahlt in seinem alten Jugendstil Charme. Errichtet wurden die Höfe nämlich 1908 als eine Art Vorzeige-Hofareal. Hier sollten sich Leben und Arbeiten in vorbildlicher Weise mischen, kleine Manufakturen, Druckereien und Werkstätten boten Arbeit, und die Lichthöfe waren groß genug und begrünt, dass man auch gerne in den oberen Geschossen wohnen konnte. All dies können Sie heute wieder in ursprünglicher Pracht bewundern, die Werkstätten freilich ersetzt durch Geschäfte mit ausgesuchter, zum Teil selbst hergestellter Ware. KPM (Königliche Porzellan Manufaktur) stellt hier auch sein Porzellan aus, und im selben Hof finden Sie auch die Produkte der berühmten Ost-Berliner Ampelmännchen.
Größter Kreuzungsbahnhof Europas, so sagt selbst die Bahn und erzählt von 300.000 Passagieren täglich, die hier umsteigen. Nun, das ist schwer zu überprüfen. Aber tatsächlich ist der Bahnhof schon in seinen Ausmaßen gewaltig, mit 8 unterirdischen Gleisen und ebensovielen oberirdisch. Dazwischen riesige Hallen, insgesamt 5 Ebenen, und viele, viele Geschäfte. Und damit diese auch genügend Besucher bekamen, wurde flugs der ehemalige wichtigste Bahnhof West Berlins, nämlich der Bahnhof Zoo, zum Regionalbahnhof herabgestuft, ohne Halt für ICE. Zum Grauen der Charlottenburger etc, die nun eine weitere Anfahrt hatten – gefühlt ins Nirgendwo. Denn der neue Hauptbahnhof (Berlin hatte nie einen, nur Kopfbahnhöfe in alle Himmelsrichtungen) lag nur an der Stadtbahn (die mal errichtet wurde, um die meisten Berliner Bahnhöfe zu verbinden). Die U-Bahn bekam nur einen Stummel bis zum Brandenburger Tor (wird gerade verlängert), und an der S-Bahn wird unterirdisch immer noch gebuddelt.
Hier passieren wir wieder die Grenze Ost-West. Im Hafen, schon damals Sperrgebiet, gab es nach dem Mauerbau auch den ersten Toten. Günter Litfin wurde beim Versuch, den Hafen zu durchschwimmen, rücklings erschossen. Sein Bruder betrauerte ihn bis vor wenigen Jahren – in einem der letzten verbliebenen Wachtürmen beim Invalidenfriedhof.
Dies ist inzwischen ein Hotspot – nicht nur bei Touristen, die hier Hotels und Hostels rundherum finden. Hier gibt es auch – anders als an vielen anderen Orten im ehemaligen Osten – auch unter der Woche die ganze Nacht hindurch warmes Essen, und das nicht nur als Imbiss. Bars und Nachtleben sind auch ringsum, wenn auch nicht die großen Clubs (die befinden sich inzwischen fast ausnahmslos in Wasser- also Spreenähe), aber kleine angesagte Läden gibt es gerade hier in der Torstraße. Die heißt übrigens so, weil es eine Art Stadtgrenzenstraße (ein Teil eines Ringes) war, wo bis ins 19. Jahrhundert die zu Hochzeiten 17 Stadttore standen. Durch das Rosenthaler Tor durften auch Juden einreisen, genau wie durch das Hallesche Tor am südlichen Ende der damaligen Stadt. Gleich hinter diesem Tor kommen wir in die sogenannte Spandauer Vorstadt, wo sich deshalb auch viele Juden ansiedelten.
Hier sehen wir rechts durchgehendes Halteverbot, Poller und gerne auch Polizisten mit Maschinenpistole im Arm. Sicheres Anzeichen für eine jüdische Einrichtung in Berlin, denn diese werden nicht ohne Grund Tag und Nacht bewacht. In der Fassade erkennt man maurische Stilelemente, bekrönt wird das Ganze durch eine goldene Kuppel. Leider ist das Gotteshaus selbst, das Platz für bis zu 3000 Gläubige bot, im Krieg zerstört worden. Das Vorderhaus, eine Art Eingangsportal, wurde immerhin noch zu Ostzeiten angefangen, wieder aufzubauen. Darin heute eine sehenswerte Ausstellung zum jüdischen Leben in Berlin. Doch Achtung, die Sicherheitsmaßnahmen am Einlass ähneln denen im Flughafen. Die Synagoge wurde als Ersatz für eine ältere Synagoge in der Nähe gebaut, in einer Zeit, als Preußen den Juden gleiche Bürgerrechte bot und man stolz die eigene Kultur präsentieren wollte. Selbst der eiserne Kanzler Bismarck erschien zur Einweihung 1866.
Von Westberlinern gerne spöttisch Revueplatte tituliert, liefert sie doch seit Errichtung jede Menge Amüsement und das bei oft ausverkauftem Haus. Viel beachtet auch die großen Eigenproduktionen. Und gerne wirbt man mit der längsten Bühne der Welt (auch wenn sie nicht so tief ist wie die von Las Vegas), immerhin enthält sie auch ein versenkbares Schwimmbassin, beziehungsweise eine drehbare Eisfläche. Auf jeden Fall passen, so viel ist sicher, zweimal 80 Revue Tänzerinnen Beine gut nebeneinander.
Eine der bekanntesten und längsten Straßen durch die Berliner City: Die Friedrichstraße. Verläuft von hier schnurgerade nach Süden bis nach Kreuzberg, wo sie am heutigen Mehringplatz endet – und damit am Halleschen Tor. Sie hat recht unterschiedliche Abschnitte, hier ist das noch etwas schmuddelige nördliche Ende, was gerade aufgehübscht wird. Das Tacheles, das eigentlich an der Oranienburger Straße steht, erstreckt(e) sich bis hier herüber, war es doch ursprünglich eine Einkaufsgalerie, ehe die Kaufhäuser in Mode kamen. Heute ist es eher wieder umgekehrt. Hier entsteht auf einem Areal, was manche Dörfer fassen könnte, ein kleiner neuer Stadtteil.
Dieser Bahnhof war der einzige zu Mauerzeiten, von dem es eine Weiterfahrt von Ost nach West Berlin gab, wie zum Beispiel auch für den damaligen Paris-Moskau-Express. Oder auch für Ausreisen von Ost Berlinern, dann allerdings ohne Rückschein Fahrkarte. Weshalb dieser Bahnhof auch zu abenteuerlichen Fluchtversuchen genutzt wurde, die allerdings nicht immer glücklich verliefen. Ansonsten war der ganze Bahnhof durchzogen von Barrieren und Zollkontrollstellen, mittendrin Stasi Beobachtungsgänge – wen das und mehr interessiert, der findet dies im Original nachgestellt nebenan im sogenannten Tränenpalast. Dieser hieß so, weil dort die Ost Berliner von ihren Verwandten Abschied nehmen mussten, und oft für scheinbar immer.
Dieser Prachtboulevard war der erste seiner Art von Berlin. Eigentlich als beschaulicher Reitweg angelegt, führte er doch vom Berliner Schloss nach Westen, durch das Stadttor Brandenburger Tor in die Jagdreviere, dem heutigen Tiergarten. Diese waren auch dem Kurfürsten persönlich und ausschließlich vorbehalten. Als die Stadt sich auch nach Westen erweiterte – Keimzelle war ja die Insel in der Spree und die östliche Seite, wo sich heute das Nikolaiviertel befindet – wurde der Jagdweg zu einem beachtlichen Boulevard ausgebaut. Bei der Frage, wie man ihn denn bepflanzen sollte, war man sich nicht einig zwischen Nussbäumen und Lindenbäumen. Wie man heute sehen kann, setzten sich die Linden durch, sonst hieß die Straße heute Unter den Nüssen… Ursprünglich von Adelspalais gesäumt, finden sich heute wichtige und prominente Gebäude von der Staatsbibliothek über die Humboldt Universität bis hin zur Staatsoper. Gemütlich sind nur die verbliebenen Cafés auf dem Mittelstreifen.
Eigentlich liegt es ja am Pariser Platz, zumindest von der anderen Seite. Wäre die Stadt Berlin eine Wohnung, so wäre dieser Platz die sogenannte gute Stube. Also das Zimmer, wo man die Gäste gerne hinführt, um die schönsten Seiten der Stadt zu zeigen. Aber wieso vieles, wurden hier auch die umliegenden Gebäude durch Krieg und Abrisswut in den späteren Jahrzehnten zerstört, übrig blieb alleine das Brandenburger Tor. Es stand in etwa so isoliert wie der Arc de Triomphe in Paris. Nur war das hier nicht so geplant. Von keiner Seite kam man bis an das Tor heran, vom Westen stand eine sehr dicke Mauer, von Osten waren die Ost Berliner durch einen Zaun ausgegrenzt. Das verbliebene Stück vom Hotel Adlon wurde zuletzt auch noch gesprengt. Nach der Wende beschloss man hier alles wieder aufzubauen, jedoch im Stil modernisiert, nur in der Kubatur wie zuvor. Nun sind hier wieder versammelt das Liebermannhaus, die Akademie der Künste, die französische und amerikanische Botschaft.
Hier ließ die Sowjetunion nach dem Krieg die größte Auslandsvertretung in Europa errichten. Sie sollte schon durch ihre Größe dokumentieren, wer hier im Zentrum Berlins das Sagen hatte, zu dieser Zeit waren die amerikanische, britische und französische Botschaft am Pariser Platz alle in Schutt und Asche. Entgegen der Satzung von den Linden, demzufolge alle Gebäude bündig mit der Straße auszurichten seien, erlaubte sich diese Art Palast einen Innenhof. Sie sollte Stalin in allem gefallen – nur leider ist nicht bekannt, ob er je einen Fuß hineingesetzt geschweige denn dort übernachtet hätte. Es hätte zumindest auch nichts gefehlt, selbst für die angeschlossene Schule gibt es noch ein Schwimmbad und Ballsäle und so weiter sowieso. Aber Stalin war ja auch zeitlebens ein Paranoiker. Bis heute genutzt für die Nachfolgestaaten der UdSSR genannt GUS.
Sogenannte Kommode (Königliche Hofbibliothek), Sankt Hedwig Kathedrale, Staatsoper, Humboldt Universität bilden zusammen das Forum Fridericianum. Im heutigen Hotel Club the Rome wurde die SPD und KPD zwangsvereinigt. Daher passt vielleicht auch der Name August Bebel, des Begründers der SPD. Ansonsten hieß der Platz früher schlicht und ergreifend Opernplatz, was auch besser passen würde. In der Mitte des Platzes, man läuft leicht darüber, es sei denn es steht gerade eine Menschenansammlung dort, ein Glasfenster im Boden, dass auf eine leere Bibliothek verweist. Hier wurden am 10. Mai 1933 alle aus Nazi Sicht nicht geeigneten Bücher verbrannt. Mit der Humboldt Universität gegenüber bildet der Platz ein schönes Karree, wie der Berliner sagt. Denn auch dieses Gebäude wurde als Palast errichtet, nämlich für den jüngeren Bruder von Friedrich II, Heinrich. Einige Jahre nach seinem Tod dann umgenutzt als Keimzelle der königlichen Friedrich Wilhelm Universität, heute Humboldt Universität.
Deutscher und französischer Dom, Schauspielhaus, Konzerthaus, deser Platz wird zurecht von vielen als schönster Platz Berlins tituliert. Hübsch eingerahmt das heutige Konzerthaus (ehemals errichtet als Schauspielhaus), von den beiden sogenannten Domen. Nämlich dem deutschen und dem französischen Dom. Es sind allerdings keine Bischofssitze noch Kathedralen, sondern einfache Gemeindehäuser, die Friedrich II mit einem domartigen Aufsatz verschönern ließ, angeblich nach eigenem Entwurf. Die linke Kirche, der deutsche Dom, wird nicht mehr als solche genutzt, sondern sie enthält ein Museum für die parlamentarische Geschichte Deutschlands. Die rechte, der französische Dom, wird immer noch von einer reformierten Gemeinde genutzt, die Gottesdienste sonntags in französischer Sprache abhält. Dahinter ein kleines Hugenottenmuseum, denn diese Flüchtlinge waren es, die hier ihr Gotteshaus errichten durften. Nur wohnen mussten sie weiter außerhalb in Moabit. Wiederaufgebaut noch zu DDR-Zeiten.
Für viele früher das Schauspiel unter den Linden: Der Wachwechsel an der neuen Wache, im Stechschritt gingen die Ost Berliner Soldaten dann hier auf und ab. Das ist nun lange vorbei, aber tatsächlich beherbergte diese Wache die Schlosswache, zumindest einen kleinen Teil davon. Früher im Inneren eine Art ewige Flamme (in Wirklichkeit aus Glas, aber durch Lichteinfall so aussehend), heute eine Pièta, eine vergrößerte Form der Skulptur von Käthe Kollwitz, die so ihren im ersten Weltkrieg nach nur wenigen Wochen gefallenen Sohn betrauerte. Heute ein Ort der Trauer für alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, daher auch oft staatsmännisch Kränze hier, besonders nach dem Volkstrauertag im November.
Dieses Gebäude und das benachbarte Kronprinzessinnenpalais werden oft übersehen – bei der Benennung aller sehenswerter Riesenobjekte Unter den Linden gehen sie schnell mal unter. Tatsächlich war ihr wichtigster Zweck derjenige, der sich schon im Namen verbirgt: Hier wurden nicht nur Kronprinzen und Prinzessinnen geboren, sondern sie wuchsen hier auch auf und gebaren nicht selten selbst ebensolche da. Verbunden sind die beiden Palais durch einen Gang. Da das Kronprinzessinnenpalais so nahe an der Staatsoper steht, wurde es gerne auch als Operncafe genutzt, zur Zeit erfährt es gerade eine neue Nutzung als Ausstellungsort. Das Kronprinzenpalais wird noch von der Verwaltung für den Wiederaufbau des Stadtschlosses/Humboldt Forums genutzt.
Das Deutsche Historische Museum befindet sich im ehemaligen Zeughaus. Dieses enthält traditionsgemäß das „Spielzeug“ für Männer im Kriegsfall, also Kriegsgeräte. Gerne auch die erbeuteten des Feindes. Dadurch entwickelte sich hieraus ein Kriegswaffen Museum, zu DDR Zeiten dann auch ein Militärhistorisches Museum. Nach der Wende entschloss man sich, hier ein zentrales Museum der deutschen Geschichte einzurichten, nachdem der erste Spatenstich bereits da gefallen war, wo heute das Kanzleramt steht. Da kam dann die Geschichte dazwischen… Das Haus selbst wurde nach der Wende generalsaniert, und besonders die Fresken außen und auch im Innenhof des Gebäudes lassen viele erschauern, denn sie sind Totenmasken von sterbenden Krieger nachgebildet. Andreas Schlüter, der Erbauer des barocken Berliner Schloss, zeichnete hier als Bildhauer.
Hier war jahrzehntelang einfach nichts, ein großer Parkplatz, manchmal genutzt für Lustbarkeiten bis Rummel. Seit Jahrhunderten stand hier das Berliner Schloss der Berliner Kurfürsten, später Könige später Kaiser. Im Krieg ausgebrannt und nicht gelöscht, war seine Silhouette dennoch ungebrochen und wurde zum Teil nach dem Krieg weiter auch im Inneren genutzt beispielsweise für Ausstellungen, wie es nach dem Krieg mit Berlin weitergehen soll. Dennoch ließen es die Ost Berliner Herren Monate lang sprengen, ungeachtet aller Kritik aus dem In- und Ausland, weil es eine Ikone des norddeutschen Barock darstellte. Vor der Sprengung noch bis ins einzelne fotografisch dokumentiert, erlaubt es nun einen äußerlich exakten Wiederaufbau, auch der Schlüter Innenhof wird detailgetreu rekonstruiert. Hinein kommen soll aber in den ansonsten modernen Betonbau die außereuropäischen Kunstsammlungen und die der Humboldtuniversität. Geplante Eröffnung in Abschnitten als Humboldt Forum 2020/2021
Über den Alexanderplatz spricht heute jedermann – wäre auch komisch vom Ochsenplatz zu reden, auch wenn dies der ursprüngliche Name war, wahrscheinlich, weil man hier mit ebensolchen gehandelt hat. Eigentlich schon außerhalb der ältesten Stadtmauern gelegen, war es eine östliche Erweiterung samt Marienkirche. Den Ursprung des Platzes findet man eigentlich dort, wo heute der Vorplatz vor dem Galleria Kaufhof ist. Zu DDR Zeiten wollte man hier eine sozialistische Umgestaltung im Sinne eines russischen Prospekts: Mit viel Platz für alle Aufmarschierenden, am besten inklusive Panzer und sonstiger Waffenarten, umgeben von modernen Gebäuden, die irgendwie für die Moderne des Sozialismus standen, vom Haus des Tourismus bis über das Haus der Elektrotechnik bis hin zum Haus des Lehrers. Und mittendrin der Fernsehturm, bis heute der Höchste Deutschlands, als Ausweis sozialistischer Ingenieurs- und Baukunst.
Das Rote Rathaus heißt nicht etwa nach dem Parteibuch des Regierenden Bürgermeisters so; dieser hat in Berlin die gleiche Funktion wie in anderen Ländern der Ministerpräsident. Sondern natürlich nach den roten Backsteinen. Zur Ost Berliner Zeiten saß hier auch der Ost Berliner Magistrat (übrigens mit einem Oberbürgermeister, wie das in Gesamtberlin bis 1945 auch üblich war) und der West Berliner Regierende saß im Schöneberger Rathaus. Im Stil der Neugotik errichtet, kann man es übrigens auch kostenlos besichtigen, zumindest einige interessante Räumlichkeiten, darunter auch ein Raum mit ganz vielen Gipsabdrücken bekannter Statuen. In den 1870er errichtet, wurde es natürlich schon bald zu klein und daher errichtete man schräg dahinter das sogenannte Stadthaus, mit aufragender Kuppel. Das älteste Rathaus Berlins stand gar nicht weit von hier auf der damals sogenannten langen Brücke, der heutigen Rathausbrücke, mittenmang als Verbindung zweier Städte, nämlich Berlin und Cölln.
Rundgang empfohlen mit Nikolaikirche, Knoblauchhaus und vielem mehr. Hier kann man Alt Berlin erleben, zumindest die Kulissen stimmen, denn genau das war die Absicht des erklärten Wiederaufbaus in den achtziger Jahren (also noch zu DDR Zeiten), als hier in Wahrheit nur noch drei Häuser standen, und von der Nikolaikirche nur die Mauern ohne Dach und Turmspitze. Nebenbei sollten aber auch 2000 Wohnungen auf diesem winzigen Areal untergebracht werden, ein Kunststück des Architekten. Wir nähern uns von außen in berlintypischer Bauhöhe und zoomen quasi hinein in einen immer älteres, ja fast barockes Berlin. Mit dem Endpunkt der Nikolaikirche, der ältesten Berlins, heute ein Stadtmuseum. In nächster Nähe das noch im Original erhaltene Knoblauchhaus, im schönsten Biedermeier eingerichtet und zeigt zudem kostenlos das Familienleben eine Tuchmacher Familie. Darüber hinaus locken berlintypische Restaurants mit Blick auf die Spree, in der Mitte der Heilige St. Georg, wie er den Drachen tötet.
Mit Blick auf die Schleuse die älteste Querung Berlins. Hier entstanden die in Wahrheit zwei Berlins an einer Furt durch die Spree, wo man den Fluss überqueren konnte. Darum bildete sich hier auch eine Siedlung für Fischer, genannt Cölln, mit C. Ob dies Aussiedler vom Rheinland waren, bis heute unbekannt. Auf der östlichen Seite residierten dann die Händler, darum dort auch die Heiligen Nikolai gewidmete Kirche. Auf der cöllnischen Seite entsprechend Sankt Petri. Die Furt war längste Zeit auch keine Brücke, sondern tatsächlich wurde der Fluss hier aufgestaut und das Wasser über Kanäle umgeleitet, deren es viele gab. Auf der Brücke standen praktischerweise Mühlen, angetrieben durch das Flusswasser konnte man hier dann noch einen Mehrwert fürs Getreide erzielen. Erst viel später, nämlich im 19 Jh. entstand hier eine kleine Schleuse, die allerdings in einer Flussbiegung gelegen, eher unpraktisch war. Also riss man in den Dreißigern das ganze ab zugunsten der modernen Doppelkammerschleuse.
Heute eine trostlose große Schneise durch die Stadt. Jedoch war das nicht immer so, und die Umbauarbeiten hier zum Teil mitten auf der Straße, deuten darauf hin, dass sich das ändern soll. Die alten Straßenfluchten sollen wieder entstehen, das ist auch ein Mantra des Wiederaufbaus der geteilten Stadt in den 90er Jahren. Denn wir streifen hier einige der wichtigen Plätze des Alten Berlins, das so heute gar nicht mehr zu erkennen ist: Molkenmarkt, Spittelmarkt. Dann die Keimzelle der Berliner Schwesterstadt Cölln, einst mit Rathaus und Kirche umsäumt. Heute buddeln hier Archäologen nach alten Überresten. Im weiteren Verlauf war die Straße von großen Kaufhäusern gesäumt, heute sind es eher die Hochhäuser auf der Fischerinsel. Zu DDR Zeiten errichtet, sollten sie die Wohnungsnot lindern, und die Armut in den einfachen, jedoch unzerstörten Häusern der Fischer. Kurz vorm Leipziger Platz sehen wir links dann noch den Sitz des Bundesrat, das ehem. Preussische Herrenhaus, eine Art Oberhaus.
Eigentlich ist der richtige Platz, der im 18. Jahrhundert vom Soldatenkönig als Oktogon angelegt wurde (im Unterschied zum Karree, den Pariser Platz und dem Rondell, dem heutigen Mehringplatz), der Leipziger Platz, am Ende der gleichnamigen Straße gelegen noch vor dem Stadttor, das nach Potsdam führte und darum auch so hieß. Der heute bekanntere Platz, der Potsdamer, lag also schon außerhalb und war und ist wieder größtenteils eine verkehrsumtoste Kreuzung. Fuhren hier schon in den 20er Jahren täglich 100.000 Fahrzeuge vorbei, tobte hier auch das Tag- und Nachtleben mit Amüsierrestaurants und mehr. Heute stehen hier die bekannten Gebäude von Mercedes (damals Daimler-Chrysler) und das Sony-Center, am Beginn der markante Glasturm für das Management der Deutschen Bahn. Umliegend wichtige Hotels (wie Ritz Carlton) und neues Amüsements. So war es gedacht, doch so richtig will es sich aus der Retorte nicht entfalten, selbst die Spielbank Berlin will wieder weg, das Musical ist es schon.
Einst errichtet als Pendant zur Museumsinsel, also nicht als Gegensatz; so die Planung in den 50ern, als man noch an eine baldige Wiedervereinigung der Stadthälften glaubte. Dann jedoch entstanden hier Bauten wie die Philharmonie (mit Kammermusiksaal), Neue Staatsbibliothek und Neuer Nationalgalerie, die doch mehr waren als nur eine Ergänzung zu den älteren Bauten in der Osthälfte. Neben weiteren Museen wie dem Kunstgewerbemuseum und dem für Musikinstrumente entstand in den 90er Jahren noch die hervorragend ausgestaltete und bestückte Gemäldegalerie. Hier finden Sie alle alten Meister von Tiziano über Caravaggio bis Rembrandt. Nur zu finden ist sie schlecht, hinter der merkwürdig schiefen Piazetta. Die jetzt auch noch verdeckt werden wird durch einen Neubau, der die moderne Kunst des 20. Jahrhundert enthalten soll. Von den Schweizer Spitzenarchitekten Herzog & De Meuron geplant, erinnert es äußerlich doch mehr an eine Scheune, und wie stets ist die Stadt darüber sehr gespalten.
Neben der Spree bietet der Landwehrkanal eine gute Orientierung in der Stadt. Überhaupt ist Berlin sehr am und auf dem Wasser gebaut, das Grundwasser ist nur 80 cm unter uns. Aber alles wurde über die Jahrhunderte aufgestaut, entwässert und in Kanäle verfrachtet. Dazu brachte der Große Kurfürst eigens holländische Fachleute ins Land, und so durchziehen Berlin jetzt 200 km Wasserstraßen. Eine davon ist der Landwehrkanal, erdacht und geplant von Peter Joseph Lenné, dem bekannten Landschaftsarchitekten. Er hatte mehrere Funktionen: Abkürzung für die mäandernde Spree, Frachtschiffahrt durch die neuen Vorstädte Berlin, die gleich noch die nötigen Ziegel und Holzstämme mitbrachten und auch Entwässerung des sumpfigen Umlandes, sei es im heutigen Kreuzberg oder im Tiergarten. Falls Sie Gelegenheit zu einer Bootstour haben, werden Sie merken, dass man fast alle Sehenswürdigkeiten vom Wasser aus betrachten kann. Wie hier gleich das Verteidigungsministerium.
Hier war mal das OHA, das Oberkommando des Heeres(Amt) der Hilterschen Wehrmacht, immerhin mussten alle ihren Eid auf diesen Mann schwören. Errichtet wurde das schöne Gebäude zum Kanal hin eigentlich als Reichsmarineamt kurz vorm 1. Weltkrieg. Später erweitert und ergänzt durch viele Höfe. Im ersten Hinterhof wurde Claus Schenk Graf von Stauffenberg standrechtlich erschossen, neben 3 Getreuen, nachdem sein Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 gescheitert war. Heute befindet sich hier die Außenstelle des Verteidigungsministeriums (BMVe), der Hauptsitz ist nach wie vor auf der Bonner Hardthöhe angesiedelt. Ob die Ministerin sich dort noch oft aufhält? Das Gebäude gegenüber, das sog. Shell-Gebäude (nach einer Tankstelle) ist jedenfalls inzwischen auch an das BMVe vermietet, und so entwickelt sich die Rutschbahn Berlin - Bonn zuungunsten der ehemaligen BRD-Hauptstadt. Das Haus ist jetzt wieder original hergerichtet, eine Stahl-Beton-Konstruktion eines Bauhaus-Architekten.
Auf dieser kleinen Straße entlang des Tiergartens befinden sich viele bedeutenden Botschaften – die größten von ihnen in ihren angestammten Gebäuden, zumindest der Hülle nach: Italien im rosafarbenen Palazzo und Japan in einem Monumentalbau, von der kaiserlichen Sonne im Giebel bekrönt. Das waren auch die Achsenmächte, mit denen das Hitlerreich verbündet war und die deshalb nahe der Schaltzentrale in der Wilhelm- und Voßstraße gelegen sein sollten. Dahinter und drumherum finden sich die Botschaften Österreichs, Indien (roter Kathmandu-Stein), Südafrika (sandfarben) und der Türkei (gut an der Absperrung zu erkennen). Griechenland stellt seine Botschaft gerade wieder fertig, und kurz vor der Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU) findet sich noch Saudi-Arabien mit traditionellem orientalischem Gittermuster. Dazwischen ein großes Gebäude mit riesiger Auffahrt, was eigentlich gar keine echte Botschaft ist, sondern nur eine Landesvertretung: Baden-Württemberg, imposant neben Österreich gelegen.
Hier sehen wir ein großes grünes Band, was eigentlich nicht grün, sondern nach Kupfer aussehen sollte. Aber wenn man das künstlich "age-t", wie hier geschehen, hat es doch für manche die Anmutung von DDR-Plaste. Dahinter jedenfalls in schicken Holzgebäuden einzeln, und doch miteinander verbunden (auch durch eine gemeinsame Kantine, beliefert durch ein norwegisches Edelrestaurant in Schöneberg): die 5 nordischen Botschaften. 5? Ja, man vergisst gerne das kleine Island.
Hier gleich eine weite Vorfahrt und dahinter ein großes scheibenartiges Hochhaus mit interessanter Fassade, die einem Schachbrett ähnelt: Das Interconti, wie man in Berlin kurz sagt. Ursprünglich das einzige Haus in (West)Berlin mit einer Präsidenten-Suite, und noch heute erfüllt es höchste Sicherheitsansprüche. Gerne genutzt von Alarmstufe-1-Kunden wie dem israelischen Premier oder den amerikanischen Präsidenten – zuletzt Bill Clinton. Die späteren amerikanischen Präsidenten nutzen auch gerne das Ritz Carlton (Obama) oder das Adlon (George W. Bush). Der jetzige Präsident wollte erst gar nicht in Berlin schlafen ... Übrigens, errichtet wurde der markante Bau von der Hilton-Gruppe, ehe die sich bereits in den unsicheren 50er Jahren wieder aus dem vom Osten bedrängten West Berlin verzogen (Kalter Krieg). Nach der Wende waren sie sich aber nicht zu schade, sich gleich im ehemaligen Osten niederzulassen, am Gendarmenmarkt, zudem noch in einem zu DDR-Zeiten errichteten Nobel-Plattenbau ...
Hier machen wir einen kleinen Rundgang, denn sehr exemplarisch finden wir hier vier Geschichtsebenen aus den letzten 100 Jahren: Kaiserreich und preußisches Königreich mit dem ehemaligen preußischen Landtag und dem Kunstgewerbemuseum. Dann aus der Zeit zwischen den Kriegen ein seltener, jedoch riesiger Nazibau, das Reichsluftwaffen Amt von Göring. Ebenfalls aus dieser Zeit, jedoch verschwunden, dass SS und Gestapo Hauptquartier. in den Achtzigern wurden Ausgrabung gemacht und die alten Folterzellen freigelegt mit einer open Air Ausstellung. Und das aus meiner Sicht originalste Stück Berliner Mauer, aus der Zeit der geteilten Stadt. Uns das aus der jetzigen Zeit seit der Wiedervereinigung stammende Dokumentationszentrum über den Nazi Terror. Dort gibt es auch eine Gelegenheit für Toiletten
Hier mal eine lauschige Ecke von Berlin, in die sich so schnell kein Bus verirrt: Er würde steckenbleiben. Peter Lenné hat in diese Ecke des Parks viele Seen angelegt, die das Wasser aus den verschiedenen moorigen "Fließen" aufnehmen, bündeln, ehe es in den Kanal abfließt. Daran gelegen einer der schönsten Biergärten der Stadt. Von diesen hat Berlin nicht so viele wie die südlichen Metropolen, aber wenn, sind sie doch ziemlich ausgesucht und meist gut frequentiert. Der Berliner an sich trinkt seine Molle (Bier) auch gerne mal, wenn es das Wetter zulässt, auf der Straße. Oder gleich als Weg-Bier in der U-Bahn ... Hier kann man auch schön Tretboot fahren oder Bötchen mieten. An der Ecke hier ein großes Hotel: In der ehemaligen norwegischen Botschaft (die ist ja jetzt ein Stückchen weiter). Allerdings residiert hier noch der spanische Botschafter um die Ecke, und es gab hier auch mal eine jugoslawische Botschaft und die des Vatikans. Letztere steht heute in Neukölln an der Hasenheide.
Hier machen wir einen kleinen Foto stop mit Mini Rundgang. Eigentlich ist es ein totales Fake, was man hier sieht, nämlich der nachgebaute Kontrollpunkt der US Streitkräfte aus den Sechzigern. Er wurde bereits in den Achtzigern durch einen Containern ausgetauscht. Ist aber ein beliebtes Fotomotiv, und verweist auf die private Ausstellung Des Museums am Checkpoint Charlie. Ebenfalls nicht original ist das berühmte Schild: sie verlassen den amerikanischen Sektor, unter dem früher die typischen Mauer Fotos gemacht worden. Solch ein Fotos mache ich auch gern von meinen Gästen und von der Seite auch mit der Kontrollhütte. Auf der gegenüberliegenden Seiten, im ehemaligen Osten , findet sich große Poster, worum es eigentlich beim Checkpoint Charlie geht und warum es auch heute noch Menschen aus aller Welt anzieht, mehr als jedes Mauer Gedenkmuseum: die Panzerkonfrontation aus dem Oktober 1961, als hier der heißeste Punkt des kalten Krieges war.
Gerne wird es übersehen, unser schönes Aquarium hier mit den sandsteinfarbenen Platten, die allerlei Reptilien abbilden. Aber es ist eines der größten seiner Art, die Sammlung umfasst weitaus mehr Tiere als das Aquaree im Osten der Stadt. Nur ist dieses sehr spektakulär, man läuft unter den zunächst einheimischen Gewässertierchen hindurch, bis man in einem Südsee-Aquarium landet, durch das der Hotellift (es steht in der Lobby des Dom Aquaree-Hotels) direkt hindurchfährt.
Highlights
Was ist inklusive
Abholorte & -zeiten
Abholung innerhalb des S-Bahn-Ringes ist inklusive Bei Abfahrt außerhalb der Innenstadt oder von den Flughäfen mehr Zeit einrechnen und erfolgt nur gegen Aufpreis (siehe Optionen). Oder Anfrage per E-Mail. Bitte nach meiner SMS/WhatsApp nach draußen kommen
Bewertungen der Reisenden
Wichtige Informationen
- Rollstuhlgerechter Zugang
- Kleinkinder können in einem Kinderwagen gefahren werden.
- Begleittiere erlaubt
- In der Umgebung sind öffentliche Verkehrsmittel verfügbar.
- Spezielle Sitze für Kleinkinder sind verfügbar.
- Die Transfermöglichkeiten sind rollstuhlgerecht.
- Für alle Fitnesslevel geeignet
- Kindersitz für Kleinkind ab einem halben Jahr bis drei Jahre vorhanden, sowie eine Sitzerhöhung für ältere Kinder. Auf Anfrage kann eine Babyschale mitgebracht werden (MaxiCosy)
- Rollstuhlgerechter Transport bedeutet: Der Gast ruscht auf den erhöhten Beifahrersitz und der Rollstuhl wird im Heck mitgenommen
Bewertungen(42)
This tour is a must do if you are visiting Berlin! Gunter is a marvelous guide with extensive knowledge of the city's architecture, history and present circumstance. I took this tour with my father who is in his 90's. I believe Gunter said my father was his oldest customer to date. Gunter was very accommodating and adjusted the tour for my fathers comfort. We were able to get wonderful photos at key landmarks as Gunter explained the historical significance, architectural style, purpose of design and construction of each building while bringing it all together in context of Berlins complicated past and optimistic future. I so very much appreciate his care and concern for my father and enthusiastic approach. I almost wish I could have recorded the tour for future reference because he gave us so much information. Walking tours are nice but if you find yourself in Berlin, take Gunter's Private Taxi Tour. You will have a new appreciation for the city and people like Gunter who inhabit it.
Thank you, it was a very pleasant tour and enjoyed the possibility to show the city to your father (again)
The guide was well informed and he knew the roads very well. Best of luck to him and the company.on request he stopped for lunch
Gunter emailed ahead of time to find out our interests and what we would like to see. We got detained in Warsaw and Gunter was gracious enough to reschedule us for the next day. The tour was great and we saw more and learned more than we would have by ourselves. Gunter was very informative and is a great people person. He also took many pics that he sent to us afterward. Highly recommend his tour!
Great tour, nice and chatty guide. Took us to all sites as the itinerary promised. Thank you Gunter.
Thank you for this review
Definitely worth it! Gunter was the best tour guide & excellent driver-we saw some amazing sights-highly recommend!
Thank you so much for this Review, I enjoyed our tour very much
Gunter was a wonderful guide. He personalized the tour to match our interests and was an encyclopedia of information. Highly recommend him.
Tour guide Gunter was very friendly, extremely knowledgeable of Berlin and shared a lot of great history. Our son is 13 and didn’t show as much interest but my wife and I were happy with the overall experience. Since we visited Berlin in winter then it worked great to be in a warm taxi for much of the tour. And we had enough stopping points to break up the driving and do sightseeing up close.
This tour is customizable to your interests, in my case I wanted to see the highlights of the city of Berlin and its history which we did. This is a great tour to do if the weather isn’t good as you’re inside the heated taxi a majority of the tour. I enjoyed Gunter’s detailed explanations and personal stories he shared. Tip: I would recommend bringing a bottle of water with you to stay hydrated.
The day was thoroughly enjoyed. Gunter was interesting and informed. We highly recommend this tour to everyone.
Gunter gives an informative condensed and very interesting tour around all the important historical and architectural features of Berlin.
Thank you for your review. Hopefully you enjoyed it.



